Kieferorthopädie

Wird bei einer Untersuchung eine Zahnfehlstellungs- oder Kieferanomalie festgestellt, muss sie in der Regel behandelt werden. Ziel ist, Ihr Gebiss funktionstüchtiger zu machen und vor Karies und vorzeitigem Zahnausfall  zu schützen.

Gründe für eine Zahnspange sind:

Platzmangel z.B. Zähne sind zu groß für den Kiefer
Putzfähigkeit der Zähne ist beeinträchtig
Oberkiefer ist schmäler als Unterkiefer (Kreuzbiss)

Gratis-Zahnspange

Abrechnung von festsitzender Zahnspangen und interzeptiver Behandlung für Kinder- und Jugendliche bis 18 Jahre (" Gratiszahnspange")
Für kieferorthopädische Leistungen mit festsitzender Zahnspangen (Hauptbehandlung) besteht kein Kassenvertrag. Es wird nach Wahlartztmodus abgerechnet.

Nach Diagnose- und Heilkostenplanerstellung wird bei der jeweiligen Sozialversicherung um Kostenzuschuss angesucht, um sicher zugehen, daß der Zuschuss auch gewährt wird. Bei schwerwiegenden Fällen (IOTN  4 und 5) im Jugendalter ist der Zuschuss deutlich höher (ca das dreifache des bis jetzt gewährten Betrags).

Die Behandlung ("Gratiszahnspange-Modus) erfolgt dann mit Metallbrackets, Gummizügen, silbernen Bogenfolgen. Sollten Keramikbrackets erwünscht sein, handelt es sich um eine reine Privatleistung. Die Sozialversicherung verbietet Zuzahlungen und zahlt in diesem Fall keinen Zuschuss. Wenn das Behandlungsziel erreicht ist, nicht wenn die Zähne schon schön genug stehen, ist die Behandlung beendet. Dazu bedarf es der Mitarbeit des/der Patienten/in. Ist die Mitarbeiter nicht gegeben, sieht die Krankenkasse eine Verwarnung und auch die Streichung des Zuschusses vor.

Es wird eine Honorarnote gelegt, die nach Bezahlung bei der jeweiligen Krankenversicherung vorgelegt werden kann. Der zugesagte Betrag wird nur auf ihr Konto überwiesen, wenn das Behandlungsziel erreicht ist.

  • Bei IOTN 3 Fällen werden nach Bewilligung je nach Ermessen der jeweiligen Kassa noch Zuschüsse gewährt, wie bisher.
  • Bei IOTN 1 und 2 Fällen zahlt die Sozialversicherung seit Juni 2015 meist nichts mehr dazu.
  • Die interzeptive Behandlung (bei schwerwiegenden Fällen, also IOTN 4 und 5,  bis zum 10. Lebensjahr") kann in unserer Ordination direkt mit der Krankenkasse verrechnet werden, wenn der Patient bei einer Krankenkassa versichert ist, und im Vorhinein die Bewilligung erteilt wurde.


Nur für Versicherte der KFA gilt weiterhin der alte Abrechnungsmodus. Es gibt nur den Unterschied abnehmbare bzw. festsitzende Zahnspangen.

IOTN Feststellung: € 55.- *
Diagnosepaket: 300.- *
Festsitzende Zahnspangen: € 5200.- (inklusive Diagnosepaket, wird in Teilbeträgen verrechnet)**
Interzeptive Behandlung ist über die Krankenkasse nach vorangegangener Bewilligung direkt verrechenbar.

*IOTN Bestimmung und Diagnosepaket sind Teil der Behandlung und werden nur verrechnet, wenn es zu keiner kieferorthopädischen Behandlung kommt.

**In Einzelfällen, sollte die Behandlung besonders einfach oder besonders kompliziert sein, kann der Tarif entweder nach unten oder nach oben abweichen. Sie werden dahingehend vor der Behandlung informiert, nach Erstellung und Besprechung des Heilkostenplans.

Zahnspange

Unterkiefer zu weit hinten, Oberkiefer zu weit vorne (z.B. Niki Lauda)
Unterkiefer zu weit vorne, Oberkiefer zu weit hinten (z.B. Kaiser Maximilian)
Nichtanlage von Zähnen
Beeinträchtigung der Kaufunktion
Unterkieferzähne sind bei geschlossener Zahnreihe nicht sichtbar (Tiefbiss)
Frontzähne berühren sich bei geschlossener Zahnreihe nicht (offener Biss)

Abnehmbare Zahnspange

Für Kinder, bis alle bleibenden Zähne durchgebrochen sind

Abnehmbare Zahnspangen haben einen entscheidenden Vorteil: Sie sind herausnehmbar. Dadurch können sie und die Zähne leicht und einfach gereinigt werden und stellen z. B. beim Essen, beim Sport oder bei Fototerminen keine Beeinträchtigung dar. Natürlich bringt aber nur regelmäßiges Tragen den gewünschten Effekt, die empfohlenen Tragezeiten (13 bis 16 Stunden pro Tag) sollten daher unbedingt eingehalten werden. Der Behandlungserfolg hängt hier also zu einem großen Teil von der Motivation und der konsequenten Mitarbeit der Patientin oder des Patienten ab.

Zu den Nachteilen von herausnehmbaren Zahnspangen zählen vor allem eine tendenziell längere Behandlungsdauer, die Gefahr von Verlust oder Beschädigung der Zahnspange Patienten/der sowie die fehlende Motivation die Spange zu tragen.
Platten: z.B. Dehnplatten oder Doppelvorschubplatte
Werden in jeweils einem Kiefer befestigt.
Funktionskieferorthopädie: zB Hansa, Aktivator, Bimler, Fränkel
Geräte für beide Kiefer, liegen meist locker im Mund, die Zunge und Wangenmuskulatur wird positiv beeinflusst, das Wachstum wird genutzt.
Sie liegen in der Regel lose im Mund und sind herausnehmbar . Es werden die natürlichen körpereigenen (= funktionellen) Kräfte beispielsweise der Wangen- oder Kaumuskulatur genutzt, um die entsprechende Korrektur zu erzielen. Es wird die Zahnstellung verändert und das Wachstum der Kiefer beeinflusst. Sie wirken außerdem auf die Wangen- und Zungenmuskulatur, die durch diese Geräte gezielt trainiert werden kann.

Myofunktionelle Störung

Eine myofunktionelle Störung besteht dann, wenn die Gesichts-, Zungen-, Lippen- und Wangenmuskeln (myo= Muskel) im Gesichtsbereich, nicht im funktionellen Gleichgewicht sind.
Eine solche Störung kann man zum Beispiel daran erkennen, dass der Mund offen bleibt, beim Atmen oder auch sonst.  Die Folge ist, dass die Zunge in der falschen Lage zu liegen kommt.
Bei offenem Biss, wenn die Zunge zwischen die vorderen Schneidezähne oder den seitlichen Backenzähne beim Schlucken zum Liegen kommt, handelt es sich um eine myofunktionelle Störung.
Sind die Lippen kraftlos und macht die Unterlippe einen wulstigen Eindruck oder schiebt sich die Lippe zwischen Oberkiefer- und Unterkieferfront, sind das ebenfalls Anzeichen für eine myofunktionelle Störung oder Fehlfunktion.
Auch können myofunktionelle Störungen Ursache für sprachliche Probleme sein, wie z.B. Lispeln, einer verwaschener Sprache oder sonstiger sprachlichen Fehllautbildungen.
Oft tritt nicht nur eine Störungen auf, sondern gleich mehrere gleichzeitig. Deren Ursachen sind nicht immer gleich erkennbar.
Die Eltern bemerken oft, dass Ihre Kinder zum Beispiel immer durch den Mund atmen und zusätzlich noch nachts schnarchen, beim Essen schmatzen oder überwiegend weiche Lebensmittel bevorzugen.
Dies ist häufig auch mit einer schlechte Körperhaltung ohne die nötige Muskelspannung gekoppelt. Eine Aufrechte Haltung besteht dann nicht,
Das Ungleichgewicht der Muskeln und des Weichgewebes, die daraus resultierenden muskulären Fehlfunktionen und körperliche Fehlhaltungen wirken sich nachhaltig auf die Stellung der Kiefer und der Zähne aus.
Das Atmen mit offenem Mund kann zu einem Zahnengstand und viel zu schmalen Kiefern führen. Wenn man nicht richtig schluckt, kann durch das sogenannte Zungenpressen ein offener Biss entstehen und zusätzlich noch ein Zahnengstand.
Der Daumen oder der Schnuller sind oft Wegbereiter für myofunktionelle Störungen.

Myotrainer

Die Myotrainer sind Geräte, welche die Begradigung der Zähne und Kiefer unterstützen, indem sie die Zunge in die richtige Position bringen, das Schluckens korrigieren und Kinder lehren, normal durch die Nase zu atmen bei korrektem Lippenschluss.
Die Korrektur von Kieferlage und Zähnen wird durchgeführt, während gleichzeitig auch die Ursachen für die Fehlstellungen beseitigt werden.
Je nach Zahn- bzw. Kiefergröße entscheiden wir, welcher Trainer der Richtige ist. Myotrainer sind in der Lage, leichte Kräfte auf fehlstehende Zähne auszuüben, so dass sie begradigt werden und eine typische und breitere Zahnbogen-Form erhalten. Es resultiert daraus gerade Zähne, eine Verbesserung des Kieferwachstums und eine bessere Gesichtsform.

Frühzeitige Behandlung wie das Abhalten der Zunge von den Zähnen und in die Richtige Position leiten, kombiniert mit Logopädie und evt. physiotherapeutischen Maßnahmen hilft spätere komplizierte und langdauernde kieferorthopädische Behandlungen zu vermeiden.
Regelmäßige Kontrollen sind, wie bei allen kieferorthopädischen Therapien, erforderlich.

Festsitzende Zahnspange

spätesten ab dem Zeitpunkt, an dem alle bleibende Zähne durchgebrochen sind.
Bei festsitzenden Zahnspangen, auch Multibracket-Apparatur genannt, werden kleinen Metall-, Kunststoff- oder Keramik- Plättchen mit einem Spezialkleber auf die Zähne befestigt und bleiben dort bis zum Abschluss der Behandlung. Durch die einzelnen Brackets wird ein individuell geformter Drahtbogen geführt. Die vom Draht ausgehenden Zugkräfte leiten die Zähne langsam in die gewünschte Endposition. Heute muss niemand mehr eine große optische Beeinträchtigung durch die Zahnspange fürchten. Der größte Vorteil festsitzender Zahnspangen ist, dass sie 24 Stunden lang auf die Zähne wirken können. Dadurch ist die Behandlungsdauer in vielen Fällen deutlich kürzer als mit herausnehmbaren Apparaten. Ein Nachteil ist die aufwendigere Zahnreinigung, sodass der Mundhygiene während der Behandlung besondere Beachtung geschenkt werden muss.

Minischräubchen/ Miniimplantate

Miniimplantate (auch Minischräubchen genannt) sind kleine Stifte aus Titan. Sie werden im Kieferknochen befestigt, um eine feste Zahnspange zu verankern. Nach der Therapie werden sie wieder entfernt.
Das Miniimplantat wird im Gaumen oder zwischen den Zahnwurzeln eingesetzt. Auf den entsprechenden Zähnen werden Brackets aufgeklebt bzw. die großen Backenzähne gelegentlich durch Metallbänder umfasst. Sie werden über einen Drahtbogen mit dem Implantat verbunden. Wenn die gewünschte Zahnbewegung durchgeführt ist, werden Minischräubchen wieder entfernt. Die kleine Lücke im Kieferknochen, die durch das kleine Schräubchen entstanden ist, schließt sich im Laufe der folgenden Monate durch körpereigene Heilungsprozesse von selbst.

„Unsichtbare Zahnspangen“ (z.B. Invisalign, Ecliner ua.)

Bei der Behandlungsform "Invisalign-Methode" werden fast unsichtbare Schienen verwendet. Sie selbst können die Aligner auf Ihre Zähne aufstecken und auch wieder herunternehmen. Für andere Personen ist kaum zu erkennen, dass Sie eine Zahnspange tragen.
Sie haben einen wichtigen Termin? Sie müssen eine Rede halten? Kein Problem. Sie können die Schienen täglich bis zu zwei Stunden heraus nehmen. Sonst sollte die Schiene nur zum Putzen und zum Essen entfernt werden.
Ein verbesserter Aligner-Werkstoff, der sich durch besondere Elastizität auszeichnet und über eine präzisere Passform verfügt, verbessert den Tragekomfort bedeutet. Bestimmte Zahnbewegungen sind daher leichter erreichen.

Aufklärungsblatt abnehmbare Kieferorthopädische Behandlung (pdf)

 

Dr. Michaela Sperlich | Tullner Straße 20/2/1 | 3443 Sieghartskirchen | Tel 02274 2255 |   keinzahnweh@derzahnarzt.at